01.04.2008

Lebensnotwendiges Wasser (dpa/picture-alliance)
Sicherer und ausreichender Zugang zu Wasser ist lebensnotwendig. Eine Konferenz im Auswärtigen Amt sucht nach Wegen, wie mögliche Konflikten um die Ressource Wasser vermieden werden können. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier schlägt eine “Wasserinitiative Zentralasien” vor.
“Klimawandel und Bevölkerungswachstum sorgen dafür, dass Wasser immer knapper, immer kostbarer und damit zu einem strategischen Gut wird,” sagte Steinmeier. “Wo Wasser knapp wird, wo um Wasser gestritten wird, drohen Unfrieden, Destabilisierung und Konflikte.” Wie der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki Moon betonte der Minister: “Wasser ist Frieden”.
“Viel zu oft prägten die Grenzen in unseren Atlanten auch die Grenzen in unseren Köpfen!” Das Denken in nationalen Kästchen werde den heutigen und zukünftigen Herausforderungen nicht mehr gerecht.
Vorausschauende Außen- und Sicherheitspolitik müsse deshalb ein besonderes Augenmerk auf die Regionen richten, in denen diese Folgen bereits spübar seien. Neben dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika werden sich besonders in Zentralasien die negativen Folgen zeigen von Wassermangel, übermäßiger Ressourcennutzung und verschärften Umweltbedingungen, vor allem beim Trinkwasser.
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Steinmeier zum Internationalen Tag des Wassers, 22. März 2008
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Wasser und Sicherheit – kooperative Lösungsstrategien finden

Folgen der Austrocknung des Aralsees (dpa/picture-alliance)
Eckpunkte einer Wasserinitiative Zentralasien
Die Bundesregierung und die EU wollen helfen, Wasser zu einem “Element der Kooperation” in Zentralasien zu machen, sagte Steinmeier. Der Bundesaußenminister stellte die Eckpunkte einer „Wasserinitiative Zentralasien“ des Auswärtigen Amts vor. Diese Initiative solle als deutscher Beitrag in die EU-Zentralasienstrategie eingebettet werden und besteht aus folgenden Elementen.
- der Aufbau einer zentralasiatischen Akademie für Wasserwirtschaft und/oder eines Verbunds von nationalen Wasserzentren soll unterstützt werden
- deutsche und zentralasiatische wissenschaftliche Einrichtungen sollen in der Forschung enger kooperieren,
- das Studienangebot der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty soll um Studienmöglichkeiten im Bereich Wassermanagement erweitert werden,
- die Vernetzung von Fachleuten für Wasserfragen wird unterstützt, dazu sollen spezifische Themenreisen nach Europa stattfinden,
- die Expertise der Privatwirtschaft soll für den Transfer von Know-How und für Investitionsförderung besser genutzt werden
Engagement der Vereinten Nationen
Der Generalsekretär der UNECE (Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa), Marek Belka, würdigte in seinem Beitrag das intensive Engagement Deutschlands für Zentralasien. Deutschland habe neben politischem Engagement sowohl Spitzentechnologie als auch Expertise im Bereich des Wasser-Managements anzubieten.
Die Konferenz solle nicht “bloß ein weiteres Treffen” sein, so Belka. Er griff die Initiative des deutschen Außenministers auf und bot die Organisation einer Folgekonferenz in Zentralasien für den Herbst an.
Auch Staatsminister Erler betonte seiner Einleitung der Diskussionen der Teilnehmer, die Konferenz solle ein Startpunkt sein für nachhaltige Zusammenarbeit in der Region.

Runde der Teilnehmer
(AA)
Teilnehmer aus Politik, Forschung, internationalen Organisationen und betroffenen Staaten
An der Konferenz nehmen über 150 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik teil. Hierzu zählen hochrangige Delegationen aus den fünf zentralasiatischen Staaten, führende Experten der Wasserforschung und –wirtschaft sowie Vertreter der Europäischen Union, der Vereinten Nationen, der internationalen Finanzinstitutionen und von Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit.
UNECE und InWEnt haben die Konferenz vorbereitet. Ziel ist es, einen politischen Dialog zur Verwaltung knapper Ressourcen einzuleiten und über konkrete regionale Projekte in Zentralasien zu beraten. Diese Projekte sollen dann vom Auswärtigen Amt und der EU-Kommission im Rahmen der EU-Zentralasienstrategie in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
UNECE- United Nations Economic Commission for Europe
Die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen ist eine der fünf regionalen Wirtschaftskommissionen der Vereinten Nationen und wurde 1947 durch den UN-Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) mit dem Ziel gegründet die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Mitgliedsländer zu fördern. Generalsekretär ist der ehemalige polnische Ministerpräsident Marek Belka.
InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH
ist weltweit tätig in Personalentwicklung, Weiterbildung und Dialog. Seine Programme richten sich an Fach- und Führungskräfte aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Als Organisation der internationalen Zusammenarbeit leistet InWEnt im Auftrag der Bundesregierung, der Länder und der deutschen Wirtschaft einen wichtigen Beitrag für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung.
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Wasser und Sicherheit – kooperative Lösungsstrategien finden
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Die EU und Zentralasien: Strategie für eine neue Partnerschaft

Versandeter Aralsee (dpa/picture-alliance)
Wasserinitiative Zentralasien
Zentralasien ist eine der Regionen, die nach Einschätzung des Weltklimarats IPCC besonders stark vom Klimawandel und damit zusammenhängenden Auswirkungen auf den lokalen Wasserkreislauf betroffen sein werden. Eine regionale Zusammenarbeit für Schutz und gemeinsame Nutzung der Ressource Wasser gibt es zwischen den Staaten Zentralasiens erst in Ansätzen.
Während der deutschen Ratspräsidentschaft im vergangenen Jahr hat die Europäische Union erstmals eine Zentralasien-Strategie erarbeitet. Sie widmet den Themen Wasser und Umwelt besondere Aufmerksamkeit und stellt den grenzüberschreitenden Herausforderungen von Wasserknappheit und Umweltverschmutzung einen regionalen Ansatz gegenüber. Ansätze zur Problemlösung sind dabei die Förderung einer integrierten Wasserwirtschaft, breite Unterstützung bei Förderung und Schutz der Ressource Wasser und eine enge Zusammenarbeit bei Klimaschutz.
Zentralasienstrategie.
Die deutsche Ratspräsidentschaft hat im ersten Halbjahr 2007 die EU-Zentralasien-Strategie initiiert. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsländer haben die Strategie der EU am 22. Juni 2007 angenommen.Das Engagement der EU umfasst unter anderem Initiativen im Rechtsstaatsbereich, in der Bildung, im Menschenrechtsbereich und bei der regionalen Zusammenarbeit. Im Wirtschaftsbereich soll die Erneuerung der traditionellen Verbindungen zwischen Europa und Asien entlang der “Seidenstraße” dazu beitragen, das wirtschaftliche Potential in den zentralasiatischen Staaten zu entwickeln.






