28.05.2008

Deutschland verstärkt sein kultur- und bildungspolitisches Engagement in Afrika. Allein 2008 stellt das Auswärtige Amt 20 Millionen Euro für Projekte und Programme des Kulturaustauschs auf dem Nachbarkontinent bereit. Damit setzt die Bundesregierung ihr Engagement für Afrika fort, das sie bereits 2007 während ihrer EU-Ratspräsidentschaft sowie dem G8-Vorsitz betont hatte. Klar ist: Eine wirksame Förderung von Kultur und Bildung stärkt auch die wirtschaftliche Leistungskraft des Kontinents.
Afrika ist ein “Kontinent der Chancen”, und Deutschland unterstützt ihn dabei, seine – immer noch bestehenden – Probleme eigenverantwortlich zu lösen. Dabei geht es um Demokratisierung und good governance, um wirtschaftliche Entwicklung und Armutsbekämpfung, um Umweltschutz und die Bekämpfung von HIV/Aids.
Aber Deutschland will sich auch kulturell in Afrika neu und verstärkt engagieren. Denn Kultur und Bildung modernisieren Gesellschaften, sie kommen besonders jungen Menschen zu Gute. Und Afrika ist ein “junger” Kontinent, etwa 50 Prozent der Bevölkerung südlich der Sahara sind jünger als 18 Jahre.
Im Vordergrund der Projekte stehen daher Maßnahmen im Bildungsbereich und in der Spracharbeit. Aber auch der Sport als Motor des sozialen Zusammenlebens und der kulturelle Austausch werden gefördert. Wichtig ist, dass das Angebot Interesse an Deutschland weckt und für Vorstellungen und Werte wirbt, die ein friedliches und demokratisches Miteinander fördern.
Goethe-Institute stärken
Dialog braucht Sprache. Daher unterstützt das Auswärtige Amt das Goethe-Institut bei seinem Engagement in Afrika. Deutschlands weltweit tätiges Kulturinstitut will seine Reichweite und Sichtbarkeit in Afrika deutlich erhöhen.
Zwei neue Goethe-Institute sollen eröffnet werden: das erste noch dieses Jahr in Tansania. Vier weitere Verbindungsstellen sind in Planung. Außerdem wird die Zahl der DAAD-Lektorate erhöht und Sprachlernzentren eröffnet.
Deutschlandzentren eingerichtet
Das Deutschlandzentrum Paris (CIDAL) hat auf seiner Webseite einen neue Rubrik speziell für die “afrikanische Frankophonie” eingerichtet, das Deutschlandzentrum Kairo bietet Informationen für das arabisch-sprachige Afrika. Im Laufe des Jahres soll in Pretoria auch ein Deutschlandzentrum für das anglophone Afrika eröffnet werden. Das lusophone, also portugiesisch-sprachige Afrika wird durch das Deutschlandzentrum in Brasilia erreicht.
Wissenschaftskooperation vertiefen
Deutschland fördert den Aufbau afrikanischer Hochschulzentren zur Ausbildung von Nachwuchskräften und verstärkt das Angebot an Stipendienprogrammen für afrikanische Nachwuchswissenschaftler. Die Forscher profitieren von neuen Perspektiven. Und ein funktionierendes Hochschulsystem hat direkte, positive Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Entwicklung des Kontinents.

(© Gero Breloer/photothek.net)
Sport verbindet
Ein weiteres Element ist die Entsendung von deutschen Sportexperten und die Ausbildung von afrikanischen Übungsleitern im Land. So können langfristig sportliche Strukturen für Vereine und Organisationen aufgebaut werden. Dabei wird eng mit den Partnern der Sportförderung in Deutschland zusammengearbeitet.
Schulen fördern
Aktion Afrika intensiviert den Austausch im schulischen Bereich. Dabei geht es nicht nur darum, den Deutschunterricht zu stärken. Auch das jeweilige nationale Schulsystem profitiert vom Wissenstransfer. So verstärkt Deutschland einerseits die Deutschen Auslandsschulen in Afrika - diese sind nicht zuletzt auch Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs.
Andererseits wird auch der Deutschunterricht an einheimischen Schulen und der Erwerb des Sprachdiploms der Kultusministerkonferenz mit zusätzlichen Lehrern gefördert. So kann noch mehr afrikanischen Jugendlichen der Zugang zu deutschen Hochschulen ermöglicht werden.
Medien unterstützen
Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts verstärkt die Deutsche Welle (DW) ihr Angebot in regionalen Sprachen. Schwerpunkte im Schulfunkprogramm
“Learning by Ear”, also Lernen durch Zuhören, sind die Zivilgesellschaft, Demokratisierung sowie gute Regierungsführung. Das Programm soll insbesondere Heranwachsende erreichen, es wird unter anderem in den Sprachen Haussa und Suaheli ausgestrahlt.
Kultur austauschen und bewahren
Kulturelle Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa ist keine Einbahnstraße, sondern ein intensiver Austausch sich gegenseitig befruchtender Kontinente. Deutschland stellt daher verstärkt afrikanische Kultur in Deutschland vor. Dazu gehört etwa die Teilnahme afrikanischer Künstler am Talent Campus der Berlinale oder das Africa-Festival in Würzburg.
Außerdem werden verstärkt Projekte zur Bewahrung des kulturellen Erbes in Afrika gefördert.