Monthly Archive for Juni, 2008

Frankreich übernimmt EU-Ratspräsidentschaft von Slowenien 

01.07.2008

Staffelstabübergabe in Paris: Auf Knopfdruck der Außenminister Bernard Kouchner und Dimitrij Rupel sowie von Bürgermeister Bertrand Delanoë erstrahlt der Eiffelturm in europäischem Blau. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gratulierte Slowenien für die erfolgreiche Arbeit und wünscht Frankreich für die bevorstehende Aufgabe viel Erfolg. 

“Slowenien kann stolz auf das Erreichte sein”, betonte Steinmeier. Er erinnerte daran, dass Deutschland und Slowenien zusammen mit Portugal die erste Dreier-Präsidentschaft organisiert haben.  

Das 18-Monatsprogramm führte nicht nur zu sehr intensiven persönlichen Kontakten der drei Außenminister – es ermöglichte auch eine besonders gezielte Arbeit an den gemeinsamen Schwerpunkten.

Zentrale Themen des Dreier-Programms waren die Fortsetzung des Reform- und Verfassungsprozess der EU, die Umsetzung der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung sowie die weitere Vollendung des Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts.

Das Achtzehnmonatsprogramm der Dreierpräsidentschaft

Als besonders bemerkenswert bleibt der slowenische Einsatz in der Bewältigung des Kosovo-Konflikts in Erinnerung. Aber auch die kürzlich erfolgte Unterzeichnung des Stabilitäts- und Assoziierungsabkommens der EU mit Bosnien-Herzegowina war ein wichtiger Erfolg. 

Anspruchsvolles französisches Präsidentschaftsprogramm 

Die französische Präsidentschaft hat den Anspruch, mit ihrem Programm “auf die wichtigsten Sorgen der Bürger eine Antwort zu finden”. Als Hauptaufgaben hat sie sich gesetzt: Energie und Klima, eine gemeinsame Einwanderungspolitik, eine Reform der EU-Agrarpolitik sowie die Stärkung von europäischer Sicherheit und Verteidigung. 

Das Arbeitsprogramm der französischen EU-Ratspräsidentschaft

Aber auch der Vertrag von Lissabon wird die französische Ratspräsidentschaft beschäftigen: Nach dem “Nein” der irischen Bevölkerung zum Vertrag von Lissabon soll die Ratifizierung des Vertrages in den anderen Mitgliedsstaaten weitergehen.  

Der Europäische Rat wird unter französischem Vorsitz auf diese Frage bei seiner Zusammenkunft am 15. Oktober 2008 zurückkommen, um den weiteren Weg zu prüfen. Die irische Regierung wird bis dahin sowohl intern als auch mit den übrigen Mitgliedstaaten intensive Beratungen führen, um ein gemeinsames weiteres Vorgehen vorzuschlagen.

Staatspräsident Nicolas Sarkozy erklärte, es sei “vorrangig”, die Ratifizierung des Vertrages von Lissabon schnell zu Ende zu führen. Dabei solle man den Iren Zeit geben. 

In der Zwischenzeit ist es wichtig, weitere konkrete Ergebnisse in den verschiedenen für die Bürgerinnen und Bürger wichtigen Politikbereichen zu erzielen. 

Kenia: Deutschland leistet humanitäre Hilfe

01.07.2008

Hände mit Mais; Kenia, Januar 2008

(picture-alliance/dpa)

Auch wenn sich die politische Lage in Kenia beruhigt hat: Nach wie vor gibt es in einigen Teilen des Landes Flüchtlingslager. Das Auswärtige Amt leistet daher weiter humanitäre Hilfe.

In Kenia brachen nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahlen am 30. Dezember 2007 Unruhen aus. Es gab zahlreiche Tote und Verletze, Plünderungen sowie gewalttätige Demonstrationen. Dabei wurden auch Eigentum und Infrastruktur zerstört.

Nach Angabe der Vereinten Nationen flüchteten mehr als 300.000 Menschen oder wurden vertrieben. Diese Menschen waren größtenteils mittellos und auf Überlebenshilfe angewiesen. Sie hatten oft ihr gesamtes Hab und Gut verloren uns hatten keinerlei Unterkunft, Hausrat oder hygienische Versorgung. Betroffen waren vor allem die Hauptstadt Nairobi und die westlichen Provinzen des Landes.  

Nach wie vor soll es nach Angaben der kenianischen Behörden rund 77.000 Binnenvertriebene in 111 Flüchtlingscamps geben, rund 90.000 sollen sich in Transitcamps befinden. Knapp 200.000 Binnenvertriebene sollen zurückgekehrt sein. Obwohl inzwischen für die Binnenvertriebenen ein Rückführungsprogramm der Regierung angelaufen ist, kommt es zu Spannungen, weil viele Binnenvertriebene Angst haben, in ihre Häuser und Wohnungen zurückzukehren oder weil sie ihre Häuser zerstört, geplündert oder von anderen Menschen besetzt vorfinden. 

Hilfe für notleidende Familien 

Das Auswärtige Amt hat bereits seit Jahresbeginn der notleidenden Bevölkerung kontinuierlich geholfen. Bisher wurden für 16 Projekte der humanitären Hilfe mehr als 3,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. 

Mit den Mitteln des Auswärtigen Amtes wurden Maßnahmen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), von World Vision Deutschland, der Deutschen Welthungerhilfe, der Johanniter Unfallhilfe e.V., des Deutschen Roten Kreuzes, von ADRA, CARE, der Diakonie Katastrophenhilfe, des UNHCR sowie der Caritas unterstützt, wobei einige Projekte derzeit noch laufen.

Auch die deutsche Botschaft in Nairobi setzte 3 Botschaftsprojekte der humanitären Hilfe mit lokalen Nichtregierungsorganisationen um. Die genannten Hilfsprojekte haben insbesondere die Verteilung von Nahrungsmitteln an Binnenvertriebene, die Bereitstellung von Notunterkünften und die Sicherstellung der Wasserversorgung zum Ziel.

Außerdem gehört die Verteilung von Plastikplanen, Decken, Moskitonetzen, Küchen- und Hygienesets zum Spektrum der Hilfsmaßnahmen, die die verzweifelte Lage der geflohenen Familien verbessern sollen.  

An den Leistungen der EU-Kommission (ECHO) für Kenia in Höhe von bisher 13,5 Mio. Euro ist Deutschland darüber hinaus mit etwa 20 Prozent beteiligt.

Zum Tod von Lenka Reinerová

30.06.2008

Die tschechische Schriftstellerin Lenka Reinerova (c) dpa - Report

Vergangene Woche starb Lenka Reinerová. Die Schriftstellerin war eine der bekanntesten Vertreterinnen deutschsprachiger Literatur im Ausland. Ihr Leben lang setzte sie sich für ein lebendiges deutschsprachiges Literaturleben in Prag ein. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier würdigte Lenka Reinerová als eine Frau “voller intellektueller Schärfe und mit einem großartigen Humor”.

Kondolenzschreiben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier

Lenka Reinerová

1916 in einer deutschsprachigen jüdischen Familie tschechischer Nationalität in Prag geboren, floh Reinerová 1939 nach Frankreich. Sie überstand den 2. Weltkrieg im Exil in Mexiko im Kreis um den Schriftsteller Egon Erwin Kisch. Ihre Familie wurde von den Nazis ermordet.
Nach Ende des Krieges kehrte sie nach Prag zurück, wurde in den 50er Jahren Opfer der stalinistischen Säuberungen und inhaftiert, 1964 zunächst rehabilitiert. Nach Beendigung des Prager Frühlings 1968 wurde sie aus der kommunistischen Partei augeschlossen und mit einem Publikationsverbot belegt. Seit 1989 veröffentlichte sie zahlreiche Werke, zuletzt “Das Geheimnis der letzten Minuten.”

Ein Haus für deutschsprachige Literatur in Prag

Reinerová setzte sich seit langem für die Schaffung eines Literaturhauses ein. Steinmeier unterstützt das Projekt: “Lenka Reinerová hat einen Traum, den Sie mir berichtet hat, als ich sie das erste Mal traf: In einem Prager Literaturhaus der deutschsprachigen Literatur soll an die einst große Tradition angeknüpft werden – und es soll ein Ort entstehen, an dem deutsche, tschechische und europäische Literatur wachsen, gedeihen und in Austausch miteinander treten können. Karel Schwarzenberg und ich waren so begeistert von diesem Vorhaben, dass wir sofort unsere Unterstützung zusagten.”

Der Minister betonte nun, er werde sich weiterhin um die Verwirklichung des Projektes bemühen: “Das “Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren” war ihr Herzensprojekt – ihr Tod ist uns Verpflichtung, es zum Erfolg zu führen.”

Das Projekt des Literaturhauses in der tschechischen Hauptstadt hat das Ziel, an die reiche Tradition deutschsprachiger Literatur zu erinnern und den deutsch-tschechischen Literaturdialog in der Gegenwart fortzusetzen. Bekannte Namen deutschsprachiger Autoren in Prag sind Franz Kafka, Rainer Maria Rilke und Egon Erwin Kisch.

Neben einer von Deutschland unterstützten Dauerausstellung im Karlsbrückenmuseum soll Literaturstipendiaten eine Wohnung zur Verfügung gestellt werden. Die Webseite des Hauses informiert über die ersten Aktivitäten und wird ein virtuelles deutsch-tschechisches Literaturarchiv beherbergen.

 Mehr Informationen zu dem Projekt

Steinmeier im Gespräch mit Lenka Reinerova (c) dpa - Report

Rede Reinerovás anlässlich einer Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag

Erst im vergangenen Januar wurde Frau Reinerová im Deutschen Bundestag geehrt. Anlässlich einer Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus wurde eine Rede der Schriftstellerin vorgetragen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte sie nicht mehr selbst nach Berlin kommen. Der deutsche Außenminister dankte ihr in einem Telefonat für die bewegenden Worte, die sie gefunden hatte: ”Sie haben uns mit Ihrer Rede ein großes Geschenk gemacht.”

Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag, Januar 2008

Steinmeier: Lösung im Atomkonflikt mit Nordkorea kann Beispielcharakter haben 

27.06.2008

Außenminister Steinmeier mit dem japanischen Außenminister Masahiko Komura, Juni 2008 (Host Photo/ Japan)

Vor dem G8-Gipfel stimmten sich die Außenminister der acht größten Industrienationen in Kyoto über internationale Konflikte ab. Sie vereinbarten verstärkte Hilfe für Afghanistan, begrüßten die Entwicklungen im Streit um Nordkoreas Atompogramm und äußerten sich tief besorgt über die Lage in Simbabwe. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, dass eine Regierung, die nicht den Willen des Volkes repräsentiere, von der internationalen Gemeinschaft nicht akzeptiert werden könne. Zu den Fortschritten in Nordkorea meinte Steinmeier, eine Lösung könne “Beispielcharakter auch für andere Fälle dieser Art haben.”

Statement des Vorsitzes auf der Webseite des japanischen Außenministeriums

Besorgt über die Situation in Simbabwe

Die Minister betonten ihre Besorgnis ob der Situation in Simbabwe. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hatte seine Teilnahme an der Stichwahl wegen staatlicher Repressionsmaßnahmen abgesagt. “Systematische Gewalt, Behinderung und Einschüchterung” hätten eine freie und faire Stichwahl unmöglich gemacht, so die Minister. Steinmeier sagte nach den Gesprächen, man sei sich einig, dass dass eine Regierung, die nicht den Willen des Volkes repräsentiere, von der internationalen Gemeinschaft nicht akzeptiert werden könne.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki Moon sagte, eine glaubwürdige und faire Wahl sei angesichts von Einschüchterung und Gewalt im Land nicht zu erwarten. Die USA wollen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über Sanktionen beraten. Sie haben dort gegenwärtig den Vorsitz.

Erklärung der Außenminister zu Simbabwe auf der Webseite des japanischen Außenministeriums

Steinmeier mit Rice, dahinter Miliband und Kouchner, G8-Außenministertreffen in Kyoto, 26. Juni 2008 (Imo/photothek.net)

Nichtverbreitung von Atomwaffen

Die Minister begrüßten die Erklärung Nordkoreas zu seinem Atomprogramm. Wichtig sei, dass die Liste mit Einzelheiten zu dem Programm genau geprüft wird, so der japanische Außenminister Masahiko Komura. Steinmeier betonte, eine Lösung mit Nordkorea könne beispielhaft sein. ”Es zeigt zumindest, dass der manchmal für unzureichend gehaltene Druck der internationalen Staatengemeinschaft bei Ausdauer, Geduld und vor allem bei Wahrung der Geschlossenheit Erfolg haben kann.”

Mehr Informationen zu den Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Afghanistan und Pakistan 

Auch nach sieben Jahren internationalen Engagements steht Afghanistan noch vor großen Herausforderungen. Wachsender Drogenanbau und Korruption sind nur zwei Stichworte in diesem Zusammenhang. Die G8-Außenminister bekräftigten den Willen ihrer Länder, Afghanistan jetzt nicht im Stich zu lassen und ihr Engagement fortzusetzen.

Erklärung der Außenminister zu Afghanistan auf der Webseite des japanischen Außenministeriums

Denn trotz aller Probleme sind auch ermutigende Fortschritte zu verzeichnen. Afghanistan trägt zunehmend durch eigene Streitkräfte und Polizei zur Herstellung von Sicherheit bei. Außerdem – das hat die afghanische Regierung bei der Afghanistan-Konferenz in Paris deutlich gemacht – möchten die Afghanen zunehmend selbst Verantwortung für die Zukunft ihres Landes übernehmen. Und dazu sind sie mittlerweile auch in der Lage.

Für eine dauerhafte Stabilisierung Afghanistans und der Region ist die enge Zusammenarbeit Afghanistans mit seinen Nachbarn unerlässlich. Nur gemeinsam können diese beiden Länder bei der Terrorbekämpfung in den afghanisch-pakistanischen Grenzregionen erfolgreich sein. Diese Region gilt als Rückzugsgebiet für Fundamentalisten.

Steinmeier und der französische Außenminister Kouchner am Rande des G8-Außenministertreffens, 26. Juni 2008 (Imo/photothek.net)

Deshalb hatte Bundesminister Steinmeier beim letztjährigen G8-Außenministertreffen unter deutschem Vorsitz in Potsdam eine Initiative angestoßen, um den direkten Dialog mit dem wichtigen Nachbarn Pakistan zu fördern. Dabei geht es den G8 nicht um eine Vermittlerrolle, sondern um eine unterstützende Flankierung der direkten Zusammenarbeit beider Länder. Im Mittelpunkt stehen dabei vier Bereiche: Sicherheit, Flüchtlingsrückkehr, Entwicklung der Grenzgebiete und Ausbau der zivilgesellschaftlichen Kontakte.

Nachdem bereits in Potsdam 70 gemeinsame Projekte identifiziert wurden, konnte diese Liste in Kyoto auf über 160 Projekte aufgestockt werden. Deutschland engagiert sich dabei in vielfacher Hinsicht. Die afghanische Grenzpolizei wurde mit Dokumentenprüfgeräten ausgestattet. Deutschland finanziert Ausbildungsmaßnahmen für afghanische Flüchtlinge in Pakistan und vergibt Stipendien an afghanische Studenten, die in ihr Heimatland zurückkehren und sich dort eine neue Existenz aufbauen wollen.

Asien im Fokus der japanischen G8-Präsidentschaft

Japan als G8-Vorsitz wendet das Augenmerk verstärkt auch auf seine Nachbarländer. Die Lage in Myanmar nach dem verheerenden Wirbelsturm “Nargys” stand ebenfalls auf der Tagesordnung. Die G8-Außenminister beklagten, dass der Zugang der internationalen Helfer in die Krisenregionen immer noch nicht zufriedenstellend ist. Hier müsse weiterhin auf Besserung gedrungen werden, damit die Hilfe die Menschen in Not auch wirklich erreicht.

Besorgt zeigten sich die Chefdiplomaten der acht führenden Industrienationen angesichts der politischen Lage in Myanmar. Politische Gefangene müssten unverzüglich freigelassen, der Hausarresst der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Su Kyi aufgehoben werden. In einem umfassenden und transparenten Dialog müsse das myanmarische Regime mit allen politischen Akteuren des Landes einen friedlichen Übergang zu einer legitimen, demokratischen und zivilen Regierung finden. Die Außenminister forderten das Regime in Myanmar nachdrücklich dazu auf, mit dem VN-Sondergesandte Ibrahim Gambari zusammenzuarbeiten.

Der G8-Gipfel der Staats- und Regierungschefs findet vom 7. – 9. Juli in Hokkaido statt.

Steinmeier wird am Rande des G8-Treffens von Kindern begrüßt, Juni 2008 (Imo/photothek.net)

Konferenzort Kyoto

In diesem Jahr trafen sich die G8-Außenminister in der ehemaligen japanischen Hauptstadt Kyoto, die lange politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes war. Bis heute ist 2,6 Millionen-Einwohner-Stadt ein Wissenschaftszentrum Japans mit der renommierten Kyoto Universität und Kansai Science City.

In internationale Verantwortung einbinden -China-Debatte im Deutschen Bundestag

26.06.2008

Tienanmen-Platz (dpa/picture-alliance)

“Die Welt braucht China als verantwortungsbewussten Teil der Weltgesellschaft. In jedem Schritt unserer Chinapolitik muss dieses Ziel erkennbar bleiben”, sagte Staatsminister Gernot Erler vor dem Deutschen Bundestag.

Die Bundesregierung setzt in ihrer China-Politik auf Dialog, auf Einbindung und das Schaffen einer Verantwortungsgemeinschaft – ohne kritische Fragen auszulassen.

Dies geschieht mit dem Ziel, dass China internationale Verantwortung übernimmt, “und zwar in Bezug auf Frieden und Konfliktlösung, die Zivilisierung des Wettbewerbs um Rohstoffe und Energieressourcen sowie gemeinsame Antworten auf die globalen Umwelt- und Klimawandelprobleme”, so Erler.

Mechanismen zum Dialog über Menschenrechte und Rechtsstaat

Der Deutsche Bundestag debattierte heute die China-Politik der Bundesregierung. Das Auswärtige Amt hatte kürzlich die deutsche China-Politik ihren Antworten auf eine

Große Anfrage

der Grünen-Fraktion eingehend dargelegt.

Im Dialog mit China habe einiges erreicht werden können, so Erler: “Insgesamt wurden über 30 verschiedene Dialogmechanismen entwickelt”, darunter ein Menschenrechts- und Rechtsstaatsdialog und ein Umweltdialog. “Unsere Erfahrung ist, dass nur auf partnerschaftlicher Basis geführte Gespräche etwas bewirken können; nur damit kann man Einfluss nehmen”.

Kritische Fragen nicht aussparen

Ein solcher Dialog müsse kritische Themen nicht auslassen, auch nicht solche, wo die Bundesregierung sich eine Änderung der chinesischen Politik wünsche, “ob das die massive Anwendung der Todesstrafe, die Administrativhaft oder den Umgang mit Dissidenten und mit Minderheiten angeht. Nach den jüngsten Ereignissen in Tibet haben wir mehrfach zu direkten Gespräche zwischen der chinesischen Führung und dem Dalai Lama geraten”, sagte Erler.