Monthly Archive for März, 2009

"Wenn wir etwas sagen, machen wir es auch"

01.04.2009

Die schweizerische Außenministerin Calmy-Rey zu Besuch im Auswärtigen Amt

Die schweizerische Außenministerin Calmy-Rey zu Besuch im Auswärtigen Amt (Picture Alliance/dpa)

“Als Nachbarn müssen wir gemeinsame Probleme gemeinsam lösen”, so die schweizerische Außenministerin Micheline Calmy-Rey bei ihrem Besuch bei ihrem Kollegen Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Um Steuerhinterziehung zu unterbinden, setzt die Schweiz nun auf Kooperation und Datenaustausch gemäß den Standards der OECD.

“Wir suchen Verständigung und Ausgleich der Interessen – auch bei Meinungsverschiedenheiten”, so Außenminister Steinmeier beim Besuch seiner schweizerischen Kollegin Micheline Calmy-Rey über die öffentlichen Irritationen zum Thema Steuerhinterziehung. Steinmeier: “Wir wollen diese Irritationen hinter uns lassen.” Das Ziel beider Länder sei eine möglichst enge Zusammenarbeit, um schädigende Praktiken wie vor allem Steuerhinterziehung zu unterbinden. “Deutschland setzt dabei auf Kooperation und Datenaustausch gemäß den Standards der OECD.”

Auch die schweizerische Außenministerin Calmy-Rey möchte die Meinungsverschiedenheiten zur Kooperation in Steuerfragen beilegen: “Wir sind Partner und sollten respektvoll miteinander umgehen, auch wenn wir manchmal unterschiedlicher Auffassung sind.” Die Schweiz habe sich nun entschieden, die internationalen Standards anzunehmen und diese politische Entscheidung des Bundesrates auch rasch in konkrete Vereinbarungen umzusetzen. Calmy-Rey: “Wenn wir etwas sagen, machen wir es auch.”

Beide Länder verbindet, nicht zuletzt aufgrund der im größten Teil der Schweiz gemeinsamen Sprache, ein enges und vielgestaltiges gutnachbarschaftliches Verhältnis. Kontakte bestehen in großer Zahl sowohl auf ranghoher politischer als auch auf wirtschaftlicher und zwischengesellschaftlicher Ebene.

Ein weiteres Thema des Gesprächs zwischen Steinmeier und Calmy-Rey war der geplante Ausbau des Flughafens Zürich. Hier wolle man die Arbeit an einer gemeinsamen Analyse über die Lärmbelastung beschleunigen. Steinmeier: “Im Ergebnis muss es darum gehen, für die betroffene Bevölkerung eine spürbare Entlastung zu erreichen.”

Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl

01.04.2009

NATO-Außenministertreffen, Dezember 2008

NATO-Außenministertreffen, Dezember 2008 (NATO)

Vor 60 Jahren wurde die Nato gegründet. Gefeiert wird dies auf einem von Deutschland und Frankreich gemeinsam ausgerichteten Gipfel am 3. und 4. April. Dabei werden auch wichtige Themen zur zukünftigen Ausrichtung der Allianz besprochen.

In den Grenzstädten Straßburg und Kehl sowie in Baden-Baden werden die Treffen anlässlich des Nato-Gipfels stattfinden. Neben den Staats- und Regierungschefs nehmen die Verteidigungs- und Außenminister am Gipfel teil.

Erstmals wird der Gipfel von zwei Mitgliedstaaten gemeinsam ausgerichtet: dies ist nicht nur Ausdruck der engen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich, sondern zugleich Symbol einer erfolgreichen Versöhnungs- und Friedenspolitik, zu der die Allianz einen wesentlichen Beitrag geleistet hat.

Frankreich wird mit diesem Gipfel in die integrierten militärischen Strukturen der Allianz zurückkehren, aus denen es sich 1966 offiziell zurückgezogen hatte. Nun wird Frankreich in vollem Umfang wieder an der Arbeit der militärischen Stäbe des Bündnisses teilnehmen.

Albanien und Kroatien werden werden auf dem Gipfel erstmals als neue Mitgliedstaaten teilnehmen.

Neues Strategisches Konzept

Die zukünftige Ausrichtung des Bündnisses wird wichtiges Thema des Gipfels sein. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte dazu in der FASZ vom 29. März: “Wir müssen uns fragen: Welche Nato brauchen wir für die Welt des 21. Jahrhunderts?”

Auf dem Gipfel soll eine Erklärung zu den Grundsätzen des Bündnisses (Declaration on Alliance Security) verabschiedet werden. Beim letzten Gipfel in Bukarest im April 2008 hatten die Außenminister und Staats- und Regierungschefs den Auftrag erteilt, eine solche Erklärung auszuarbeiten. Gleichzeitig soll mit dieser Erklärung der Startschuss für die Erabeitung eines neuen Strategischen Konzepts der Nato gegeben werden.

Euro-atlantische Sicherheit und Abrüstung als wichtige Aufgaben

Steinmeier sagte zu möglichen zukünftigen Schwerpunkten: “Nach meiner Überzeugung muss Kerngeschäft der Nato die euro-atlantische Sicherheit bleiben, eine Art “Weltpolizist” zu werden kann nicht unser Ziel sein. Auch bei der Übernahme neuer Aufgaben rate ich zu Augenmaß und Realismus: Nicht jedes Problem passt in das Militärbündnis Nato. Was allerdings sehr wohl verstärkt auf die Tagesordnung des Bündnisses gehört, ist das Thema Abrüstung.”

Zukünftige Strategie für Afghanistan

Weitere wichtige Themen werden die Gestaltung des Verhältnisses zu Russland und die Neuausrichtung der Afghanistanpolitik des Bündnisses sein. Die USA haben soeben ihren veränderten Ansatz vorgestellt. Auf der Afghanistan-Konferenz in Den Haag sprachen die über 80 Vertreter von in Afghanistan vertretenen Staaten und Organisationen ebenfalls über eine neue Strategie. Bundesaußenminister Steinmeier begrüßte die Absicht der USA, die regionale Perspektive zur Konfliktlösung zu betonen und mehr zivile Hilfe zu leisten.

“Wenn wir etwas sagen, machen wir es auch”

01.04.2009

Die schweizerische Außenministerin Calmy-Rey zu Besuch im Auswärtigen Amt

Die schweizerische Außenministerin Calmy-Rey zu Besuch im Auswärtigen Amt (Picture Alliance/dpa)

“Als Nachbarn müssen wir gemeinsame Probleme gemeinsam lösen”, so die schweizerische Außenministerin Micheline Calmy-Rey bei ihrem Besuch bei ihrem Kollegen Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Um Steuerhinterziehung zu unterbinden, setzt die Schweiz nun auf Kooperation und Datenaustausch gemäß den Standards der OECD.

“Wir suchen Verständigung und Ausgleich der Interessen – auch bei Meinungsverschiedenheiten”, so Außenminister Steinmeier beim Besuch seiner schweizerischen Kollegin Micheline Calmy-Rey über die öffentlichen Irritationen zum Thema Steuerhinterziehung. Steinmeier: “Wir wollen diese Irritationen hinter uns lassen.” Das Ziel beider Länder sei eine möglichst enge Zusammenarbeit, um schädigende Praktiken wie vor allem Steuerhinterziehung zu unterbinden. “Deutschland setzt dabei auf Kooperation und Datenaustausch gemäß den Standards der OECD.”

Auch die schweizerische Außenministerin Calmy-Rey möchte die Meinungsverschiedenheiten zur Kooperation in Steuerfragen beilegen: “Wir sind Partner und sollten respektvoll miteinander umgehen, auch wenn wir manchmal unterschiedlicher Auffassung sind.” Die Schweiz habe sich nun entschieden, die internationalen Standards anzunehmen und diese politische Entscheidung des Bundesrates auch rasch in konkrete Vereinbarungen umzusetzen. Calmy-Rey: “Wenn wir etwas sagen, machen wir es auch.”

Beide Länder verbindet, nicht zuletzt aufgrund der im größten Teil der Schweiz gemeinsamen Sprache, ein enges und vielgestaltiges gutnachbarschaftliches Verhältnis. Kontakte bestehen in großer Zahl sowohl auf ranghoher politischer als auch auf wirtschaftlicher und zwischengesellschaftlicher Ebene.

Ein weiteres Thema des Gesprächs zwischen Steinmeier und Calmy-Rey war der geplante Ausbau des Flughafens Zürich. Hier wolle man die Arbeit an einer gemeinsamen Analyse über die Lärmbelastung beschleunigen. Steinmeier: “Im Ergebnis muss es darum gehen, für die betroffene Bevölkerung eine spürbare Entlastung zu erreichen.”

Afghanistan-Konferenz in Den Haag: Gemeinsame Strategie für Afghanistan

31.03.2009

Steinmeier im Gespräch mit Hillary Clinton am Rande der Afghanistan-Konferen in Den Haag, 31. März 2009

Steinmeier im Gespräch mit Hillary Clinton am Rande der Afghanistan-Konferen in Den Haag, 31. März 2009 (Köhler/photothek.net)

80 Staaten berieten in Den Haag über den Wiederaufbau in Afghanistan. US-Außenministerin Hillary Clinton stellte die Neuausrichtung der US-Strategie für Afghanistan und Pakistan vor. Bundesaußenminister Steinmeier begrüßte die Absicht der USA, die regionale Perspektive zur Konfliktlösung zu betonen und mehr zivile Hilfe zu leisten. Steinmeier warb für ein Projekt der zivilen Flugsicherung in Afghanistan.

Afghanistan steht ganz oben auf der internationalen Agenda. Vertreter von rund 80 Staaten stimmten sich in Den Haag ab, wie der Wiederaufbau künftig ausgerichtet sein soll.

US-Präsident Obama hatte am 27. März den neuen US-Ansatz für den Wiederaufbau Afghanistans vorgestellt. Bundesaußenminister Steinmeier bezeichnete die neue Strategie vor dem Beginn der Konferenz in Den Haag als “absolut richtig”. Sie setze willkommene neue Akzente und biete die Chance zu einer gemeinsamen internationalen Kraftanstrengung. 

Treffen der Sonderbeauftragten für Afghanistan und Pakistan angekündigt
Der Wiederaufbau in Afghanistan ist zentrales Thema auf einer ganzen Reihe von Konferenzen: Steinmeier kündigte an, dass sich am 1. April in München die Regionalbeauftragten für Afghanistan und Pakistan treffen werden. Ziel ist eine engere und direktere Vernetzung. Es folgen der NATO-Gipfel am 3. und 4. und der EU-USA-Gipfel am 5. April – auch dort wird Afghanistan eine wichtige Rolle spielen.

Zivilen Wiederaufbau vorantreiben

“Wir werden unser ziviles Engagement verstärken müssen”, sagte Steinmeier. 2009 werde ein entscheidendes Jahr für Afghanistan. Deutschland werde sein Möglichstes tun, damit die Präsidentschaftswahlen im August frei und fair abliefen. 

600 zusätzliche deutsche Soldaten unterstützen bei der Herstellung von Sicherheit vor und während der Wahlen. Außerdem wird die Deutschland zusätzliche finanzielle Mittel für die Durchführung der Wahlen zur Verfügung stellen.

Wahlvorbereitungen in Afghanistan

Wahlvorbereitungen in Afghanistan (dpa/picture-alliance)

Eine kluge Balance zwischen zivilem Wiederaufbau und militärischer Absicherung sei nötig. Die USA haben bekanntgegeben, dass sie den zivilen Wiederaufbau höher bewerten wollen. Steinmeier: “Dies wird Gelegenheit für Zusammenarbeit sein. Wir sollten in Den Haag mit einer kritischen Rückschau beginnen.”

Mehr zivile Hilfe in Afghanistan – Steinmeier wirbt für zivile Flugsicherung

Steinmeier warb für eine neue Initiative: Deutschland will Afghanistan durch den Aufbau einer zivilen Luftraumüberwachung unterstützen und warb in Den Haag für Partner für dieses Projekt. Bislang liegt die Überwachung rein in militärischer Hand. “Wir wollen uns dieses Themas annehmen durch Ausbildung von Fluglotsen und Investitionen in Kommunikations- und Navigationstechnologien.”

In einem ersten Schritt will die Bundesregierung zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten den Flughafen von Masar-i-Sharif im Norden Afghanistans zu einem zivilen Drehkreuz ausbauen. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 35 Millionen Euro.

Polizeischüler mit einem Handbuch für afghanische Polizisten

Polizeischüler mit einem Handbuch für afghanische Polizisten (dpa/picture-alliance)

Stärkung der Sicherheitskräfte

Steinmeier kündigte in Absprache mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück eine signifikante Erhöhung des deutschen Engagements für die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte an: Die Bundesregierung wird 50 Millionen Euro in den Fonds für Ausbildung und Ausrüstung der afghanischen Streitkräfte (“ANA Trust Funds”) einzahlen.

Das Ziel sei, die Verantwortung für den Wiederaufbau in Afghanistan nach und nach in afghanische Hände zu legen. Deshalb müsse man die afghanische Polizei und die afghanische Armee in den Stand versetzen, ihre Aufgaben zu erfüllen. Hier müsse man die Anstrengungen bei der Ausbildung verstärken. “Wir wollen gemeinsam mehr tun für Ausstattung und Ausbildung der afghanischen Armee”, so Steinmeier.

In Den Haag vertreten waren neben den EU- und NATO-Staaten auch weitere wichtige Geberländer sowie die Staaten der Region auf Außenministerebene. Darüber hinaus haben die in Afghanistan vertretenen internationalen Organisationen Vertreter geschickt. Den Vorsitz haben die Vereinten Nationen, die Niederlande und Afghanistan.

Regionale Lösung finden

Deutschland unterstütze die Suche nach einer regionalen Lösung für den Konflikt, “weil wir wissen, dass die Stabilisierung Afghanistans nicht gelingen kann, ohne auch die Situation im Nachbarland Pakistan mit in den Blick zu nehmen.”

Webseite der Afghanistankonferenz 2009

Soforthilfe für Überschwemmungsopfer in Namibia

30.03.2009

Überscdhwemmungen in der Namib-Wüste

Überscdhwemmungen in der Namib-Wüste (picture-alliance/Helga Lade Fotoagentur GmbH)

Das Auswärtige Amt stellt 250.000 Euro für Soforthilfemaßnahmen zu Gunsten der Überschwemmungsopfer in Namibia zur Verfügung. Die Hilfsorganisation humedica e.V. versorgt damit die Überschwemmungsopfer im nordöstlichen Caprivi-Streifen mit Moskitonetzen, Wasserkanistern, Wolldecken, Wasserdesinfektionstabletten sowie Nahrungsmitteln.

Namibia als Grenzland des Sambesi-Stroms hat mit den schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten zu kämpfen. In der Nord-Zentral wie Nord-Ost-Region stehen nach sintflutartigen Regenfällen ganze Landesteile unter Wasser. Die im Cuvelai-Becken gelegenen Regionen Oshana, Oshikoto, Changwena und Omusati sind stark betroffen. Besonders hart hat es auch die Regionen Kavango und Caprivi getroffen, wo die Flüsse Chobe, Sambesi und Kavango die höchsten Wasserstände seit 1963 erreichten. 

Die namibische Regierung, die bereits erste eigene Maßnahmen zur Flutnothilfe ergriffen und verschiedene Auffang- und Umsiedlungscamps errichtet hat, hat für diese Regionen den Notstand ausgerufen und einen Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft gerichtet.

Menschen flüchten vor den Überflutungen in Camps

Menschen flüchten vor den Überflutungen in Camps (THW / Meier)

Über 90 Menschen haben nach Medien- und ersten VN-Berichten ihr Leben verloren, über 13.000 Menschen mußten vor den Wassermassen fliehen, rund 9.200 Menschen wurden vorübergehend in Auffanglagern untergebracht. In den ländlichen Gebieten können die Menschen zum Teil nur per Boot oder Helikopter erreicht werden. Problematisch ist für die Menschen vor allem der Zugang zu sauberem Trinkwasser und Nahrungsmitteln. Choleraepidemien und verstärkte Malariaausbreitung könnten schon bald eine zusätzliche Gefahr für die Menschen darstellen.

Die Hälfte aller Brücken und Straßen sind in den betroffenen Regionen beschädigt, zahlreiche Felder stehen unter Wasser, mehr als 200 Schulen wurden geschlossen. 

Insgesamt sollen bis zu 350.000 Menschen von den Flutauswirkungen betroffen sein.

THW und andere Experten im Einsatz vor Ort

THW und andere Experten im Einsatz vor Ort (THW / Meier)

Deutschland hat sehr schnell auf die krisenhafte Entwicklung reagiert und erste Helfer noch vor dem VN Hilfsaufruf nach Namibia entsandt.

Inzwischen sind erste EU-MIC sowie ein UNDAC-Teams nach Namibia gereist, um die Regierung bei der Bedarfsermittelung und Koordinierung zur Flutnothilfe zu unterstützen.

Das Auswärtige Amt verfolgt die Entwicklung in den Flutregionen des südlichen Afrika, wie auch Angola und Sambia, weiterhin aufmerksam. 

Weitere Informationen zu Namibia auf diplo.de: