Monthly Archive for August, 2009

Steinmeier fordert Wiederaufnahme israelisch-palästinensischer Verhandlungen

27.08.2009

Steinmeier und Netanjahu

Steinmeier und Netanjahu (photothek/Th. Imo)

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu zusammengetroffen. Themen des Gespräches waren der Nahostfriedensprozess, die bilateralen Beziehungen und regionale Themen.

Der israelische Premierminister informierte über den aktuellen Stand der Bemühungen um Fortschritte im Nahostfriedensprozess und die Wiederbelebung von Direktverhandlungen sowie über die Position der israelischen Regierung.

Steinmeier hob die Bedeutung des Wiedereinstiegs in substantielle israelisch-palästinensische Verhandlungen hervor. Beide Seiten müssten in diesem Zusammenhang konkrete Schritte unternehmen.

Allradfahrzeuge für die Provinz Kundus

27.08.2009

Geländewagen für Kundus

Geländewagen für Kundus (ASt Kundus)

Am 26. August haben der Leiter der Außenstelle Kundus, Burkhard Ducoffre, und der GTZ-Vertreter Kornelius Schiffer, vier Allradfahrzeuge an die Provinzregierung in Kundus übergeben. Die Straßen in der Provinz sind in schlechtem Zustand; mit diesen Fahrzeugen wird eine bessere Betreuung der Wiederaufbauarbeit möglich.

In einer feierlichen Zeremonie übergaben die deutschen Vertreter je einen Geländewagen an die Departments für Wasser, Landwirtschaft, Erziehung und ländliche Entwicklung. Der stellvertretende Provinzgouverneur, Hamidullah Danishi, dankte Deutschland und würdigte die Übergabe als sichtbares Zeichen des fortgesetzten deutschen Wiederaufbau-Engagements in Kundus.

Die Mitarbeiter der Provinzregierung werden künftig Projekte vor Ort schneller evaluieren und nach Fertigstellung besser weiter betreuen können.

Afghanistan hat gewählt

21.08.2009

Nach der Wahl wird ein Finger mit unabwaschbarer Farbe markiert

Ein Finger wird markiert (picture-alliance/dpa)

Die zweiten demokratischen Wahlen in Afghanistan nach dem Sturz der Taliban sind erfolgreich zu Ende gegangen. Über 90 Prozent der Wahllokale hatten trotz der angespannten Sicherheitslage geöffnet. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier lobte die Wahl als “Erfolg demokratischer Tugenden” nach 30 Jahren Terror und Krieg.

17 Millionen registrierte Wählerinnen und Wähler, mehr als 150.000 Wahlhelfer, mehr als 6.000 geöffnete Wahllokale: Nach der ersten von den Afghanen in eigener Verantwortung durchgeführten Wahl begann die Auszählung der Stimmen.

Die Taliban wollten die Wahl mit allen Mitteln verhindern, es gab Anschläge mit Toten und Verletzten. Dies konnte die meisten Afghanen nicht vom Gang zur Wahlurne abhalten: Trotz der Drohung mit Anschlägen bildeten sich vielerorts Schlangen vor den Wahllokalen.

Für Steinmeier steht damit fest: “Jede abgegebene Stimme ist eine Stimme für die Demokratie.”

Auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gratulierte den Afghanen zur Durchführung der Präsidenten- und Provinzratswahlen. “Die Mitglieder des Sicherheitsrats beglückwünschen die Menschen in Afghanistan zu ihrer Beteiligung an diesen historischen Wahlen”. Zugleich verurteilte er alle “gewaltsamen und terroristischen Taten der Taliban, der El Kaida und andere extremistischer Gruppen, die darauf zielen, die Lage in dem Land zu destabilisieren”.

Schwierige Bedingungen

50.000 Wahlurnen mussten mit enormem logistischen Aufwand in die Wahllokale auch in abgelegene Gegenden gebracht werden – mit mehr als 3000 Fahrzeugen und noch mehr angemieteten Eseln.

Am 20. August 2009 fanden zeitgleich die zweiten freien Präsidentschafts- und Provinzratswahlen seit dem Sturz der Taliban statt. Im Sommer 2010 folgen dann die Parlaments- und Distriktsratswahlen, die ebenso wie die Präsidentschaftswahlen, ausschließlich in afghanischer Verantwortung durchgeführt werden. Die internationale Gemeinschaft unterstützt die Wahlprozesse finanziell und technisch über eine Organisationseinheit der Vereinten Nationen, “UNDP-ELECT”.

35 Kandidaten, darunter 2 Frauen, traten zur Präsidentschaftswahl an. Neben dem aktuellen Präsidenten Hamid Karsai hätten auch Abdullah Abdullah und Ashraf Ghani Chancen, sagte der Sonder-Beauftragte für Aghanistan und Pakistan, Bernd Mützelburg vor dem Wahlgang. Wenn kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der abgegeben Stimmen erhält, kommt es zu einem zweiten Wahlgang.

Wachsamkeit walten lassen

Steinmeier unterstrich das große Interesse der afghanischen Bevölkerung an der Wahl: “Die Afghanen wollten diese Wahl, sie wünschen sich eine friedliche Zukunft für ihr Land.”

Steinmeier mahnte, jetzt müsse jede Stimme sorgfältig und zügig ausgezählt werden. Für die Glaubwürdigkeit der Wahl sei es unverzichtbar wichtig, dass alle Beteiligten verantwortlich und ehrlich am weiteren Prozess mitwirkten.

17 Millionen Afghanen waren für die Wahl registriert, darunter 4,3 Millionen Neu- und Erstwähler ( davon 38 Prozent Frauen). Mehrfachwahlen sollten durch die Markierung eines Fingers mit nicht-abwaschbarer Tinte verhindert werden. Die Absicherung der Wahlen oblag den afghanischen Sicherheitskräften (Polizei, Armee), die internationale Unterstützungstruppe ISAF leistete Unterstützung.

Afghanische Frauen bei einer Info-Veranstaltung zur Wahl

Afghanische Frauen bei einer Info-Veranstaltung zur Wahl (picture-alliance/dpa)

Deutsche Wahlbeobachter vor Ort

Steinmeier dankte denjenigen, die als Wahlhelfer, als Beobachter, Polizisten und Soldaten in Afghanistan im Einsatz waren: “Ihr Engagement hat diese Wahl überhaupt erst möglich gemacht”.

Neben 7.600 afghanischen beobachteten auch mehr als 440 internationale Wahlbeobachter den Wahlverlauf. Die EU-Wahlbeobachtermission EOM war bereits seit Anfang Juli vor Ort. Sie stand unter Leitung des französischen EP-Abgeordneten Philippe Morillon und wuchs auf ein 200 Personen starkes Team an.

Darunter waren 67 entsandte Analysten (Core-Election-Team) und Langzeitbeobachter sowie etwa 40 internationale Kurzzeitbeobachter. Deutschland stellte den Leiter „Politische Analyse“, zwei weitere Langzeitbeobachter und acht Kurzzeitbeobachter.

Zudem unterstützte Deutschland den Wahlprozess 2008 mit 6,8 Millionen Euro, 2009 waren es 8,9 Millionen Euro. Außerdem ist Deutschland mit 20 Prozent an den Kosten der EOM beteiligt, die aus dem Gemeinschaftshaushalt finanziert wird.

Gemeinsam mit Singapur für mehr Flugsicherheit in Afghanistan

20.08.2009

Start vom Flughafen Kabul (picture alliance/dpa)

Deutschland und Singapur engagieren sich gemeinsam für die Verbesserung der bislang mangelhaften afghanischen Flugsicherung. Geplant ist, afghanisches Flughafenpersonal aus- und fortzubilden. Bis 2011 stellt das Auswärtige Amt 40 Millionen Euro für die Flugsicherheit in Afghanistan zur Verfügung.

Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten der Botschafter Singapurs Jacky Foo und der deutsche Sonderbeauftragte für Afghanistan und Pakistan Bernd Mützelburg im Auswärtigen Amt.

Die Flugsicherung in Afghanistan bedarf dringend der Verbesserung und Vereinheitlichung. Von 2007 auf 2008 stieg die Anzahl der kritischen Annäherungen bzw. Beinaheunfälle im Luftraum des Landes von ca. 50 auf ca. 80 an. Abgesehen vom Hauptstadtflughafen Kabul stehen entweder gar keine oder nur militärische Navigationsanlagen zur Verfügung, die nicht auf die Bedürfnisse des zivilen Luftverkehrs zugeschnitten sind.

Flughafen Kabul

Flughafen Kabul (picture alliance/ dpa)

Neben diesen Ausstattungsmängeln ist die schlechte Ausbildung der Mitarbeiter einer der Hauptgründe für die unzureichende Flugsicherheit. Hier setzt das gemeinsame Projekt mit Singapur an: Es sollen im Jahr 2009 zunächst 40 Mitarbeiter des afghanischen Ministeriums für Transport und zivile Luftfahrt in speziellen Kursen zum Flughafenmanagement geschult werden. Die Seminare finden an der staatlichen Flugakademie Singapurs statt. Die Kosten von 180.000 Euro tragen Deutschland und Singapur jeweils zur Hälfte. Bei erfolgreichem Abschluss der Seminare soll die Initiative im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Gemeinsam bringen Deutschland und Singapur beste Voraussetzungen für das Vorhaben mit: Während Deutschland über langjährige Erfahrung und effektive Strukturen im zivilen Wiederaufbau Afghanistans verfügt, steuert Singapur eine hervorragende Kompetenz im Flugsicherheitstraining bei. 

Deutschland umfassend beim Aufbau des zivilen Luftverkehrs engagiert

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte Ende März 2009 auf der Afghanistan-Konferenz in Den Haag um Partner beim Aufbau der zivilen Flugsicherung geworben. Das Projekt mit Singapur ist nur eines von mehreren, mit denen Deutschland die Erneuerung von Flughäfen und die Verbesserung der Flugsicherheit unterstützt. Insgesamt stellt das Auswärtige Amt bis 2011 ca. 40 Millionen Euro für die Flugsicherheit in Afghanistan zur Verfügung.

Flughafen Masar-i-Sharif (Nordafghanistan)

  • Zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten baut Deutschland den zivilen Bereich des Flughafens aus, so dass er einmal die Rolle eines Verkehrsknotenpunktes an der verkehrsreichen Flugroute zwischen Europa und Asien übernehmen kann. Deutschland trägt 20, die VAE 15 der veranschlagten 35 Millionen US-Dollar Baukosten.
  • Ebenfalls für Masar-i-Sharif bildet das Bundesministerium für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit in Kooperation mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und dem Bundesministerium für Verteidigung 10 Fluglotsen aus.
  • Im Rahmen des Polizeitrainings schult das Auswärtige Amt Sicherheitspersonal u.a. für den Kontrollbereich des Flughafens.

Wiederaufbau des Internationalen Flughafens Mazar-i-Sharif PDF | 602 KB

Flughafen Tarin Kowt

In der Provinzhauptstadt Tarim Kowt im Süden Afghanistans treibt Deutschland gemeinsam mit den Niederlanden die Instandsetzung und Modernisierung des Flughafens voran. Deutschland wird 5,7 Millionen Euro beitragen, die Niederlande 17,6 Millionen Euro. Umgesetzt werden die Projekte ebenfalls von der GTZ.

Deutschland und Niederlande: Gemeinsame Projekte im Süden Afghanistans

Anerkennung für die Helfer

19.08.2009

Helfer des THW in Myanmar (Photothek.net)

Viele tausend Menschen helfen weltweit unter schwierigen Bedingungen in Not geratenen Menschen und geraten dabei nicht selten selbst in Gefahr. Von den Vereinten Nationen im Dezember 2008 ins Leben gerufen, findet am 19. August 2009 erstmals der Tag der humanitären Hilfe statt.

An diesem Tag wird die Arbeit humanitärer Hilfsorganisationen gewürdigt und insbesondere der im Einsatz ums Leben gekommenen Helferinnen und Helfer gedacht. Vor sechs Jahren, am 19. August 2003 wurden bei einem Bombenanschlag auf das VN-Büro in Bagdad 22 Menschen getötet, darunter der VN Sondergesandte Vieira de Mello. 

Website zum Tag der Humanitären Hilfe (englisch)

Deutsche Helferin in Dschibuti (Johanniter Unfall Hilfe)

Die steigende Zahl der Helfer sieht sich in den Hilfseinsätzen zunehmenden Bedrohungen ausgesetzt. 2008 wurden 122 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet, 62 wurden entführt. Allein 2009 kamen bisher 69 humanitäre Helfer zu Tode.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier drückte den Helfern seinen Dank aus:

„Wir alle kennen die Bilder von Flüchtlingslagern – sei es Afghanistan oder Darfur. Sie sind letzte Zufluchtsorte für Menschen, die vor Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten geflohen sind. Dass es diese Zufluchtsorte gibt, ist Verdienst der vielen humanitären Helfer, die trotz widriger Bedingungen schnell die schlimmste Not lindern. Ihnen gilt mein großer Dank und meine Anerkennung. Sie geben den Flüchtlingen ein Stück Lebensgrundlage und Hoffnung zurück.“

Das Auswärtige Amt unterstützt 2009 humanitäre Sofort- und Katastrophenhilfe mit 123 Millionen Euro. Seit 2006 ist dieser Ansatz deutlich gestiegen von seinerzeit 77 Millionen Euro. 2008 wurden mit 118,5 Millionen Euro 329 Einzelprojekte in über 70 Krisengebieten weltweit finanziert. Im Fokus standen die Krisen in Afrika mit rund 31,6 Millionen Euro. Weitere Schwerpunkte waren Afghanistan, Irak und die Palästinensischen Gebiete. Projekte des humanitären Minenäumens wurden mit 17,5 Millionen Euro unterstützt.

Der deutsche Botschafter in Kenia mit Rotkreuzhelfern (Botschaft Nairobi)

Die Umsetzung der humanitären Hilfe des Auswärtigen Amts erfolgt durch internationale Organisationen wie IKRK oder UNHCR sowie humanitäre Nichtregierungsorganisationen. Deren Arbeit und das Engagement der Helfer in den Einsatzgebieten sind entscheidende Voraussetzungen für den Erfolg der deutschen humanitären Hilfe.